von Jørgen Sømod (numis@vip.cybercity.dk)

In Kopenhagen gab es eine kleine Gruppe deutscher Staatsbürger, die im nationalsozialistischem Sprachgebrauch Reichsdeutsche genannt wurden, im Gegensatz zu den Volksdeutschen, die sich zwar als Deutsche fühlten, aber die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes besaßen. Die Anzahl der Reichsdeutschen in Dänemark nahm nach dem 9. April 1940 erheblich zu. Der national eingestellte Deutsche war Mitglied der NSDAP, die 1919 in München gegründet worden war. Die Auslandsorganisation dieser Partei hatte auch eine Abteilung in Kopenhagen, die im Deutschen Haus in der Bergensgade 11 in Kopenhagen Ø (Ost) untergebracht war.
Da Deutschland die diplomatische Vertretung Norwegens in Dänemark übernommen hatte, stand das norwegische Gesandtschaftsgebäude leer. Durch die gewachsenen Aufgaben war aber auch das Deutsche Haus zu klein geworden und so eröffnete man am 1. Januar 1943 ein neues und größeres Deutsches Haus in der ehemaligen norwegischen Gesandtschaft in der Øster Allé 33 in Kopenhagen Ø.
Hier entwickelte man zahlreiche Aktivitäten. So gab es in der Gesandtschaft Büroräume der verschiedenen deutschen Organisationen und Versammlungsräume. Eine Marke der NSDAP Kopenhagen fand zweifellos Verwendung als Flaschenpfandmarke. Aufgrund der großen Ähnlichkeit mit einer Marke für den ZDK (Zusammenschluß deutscher Krieger) in Kopenhagen, nehmen wir als Verwendungszeit etwa 1943 an.
Flaschenpfandmarke
Vorderseite eingeprägt: Umschrift: NSDAP / · KOPENHAGEN · / in der Mitte:
Hakenkreuz
Rückseite leer
Zink, Ø 26 mm

Der "Zusammenschluß deutscher Krieger in Kopenhagen" wurde im Februar 1919 als Kameradschaftsbund für ehemalige Frontkämpfer des 1. Weltkrieges gegründet. Die Kameradschaftsabende hielt man jeden ersten Dienstag im Monat im Haus Boulevardpalæet in der Hammerichsgade 14 ab. Zu diesen Treffen lud man im Zweiten Weltkrieg auch Soldaten des gegenwärtigen Krieges ein.
Nachdem das Deutsche Haus am 1. Januar 1943 von der Bergensgade 11 in die ehemalige norwegische Gesandtschaft in der Øster Allé 33 umgezogen war, verlegte man die Treffen dorthin, wo sich unter anderen auch die NSDAP traf.
Die Verwendung einer Marke mit der Inschrift ZDK Kopenhagen, die zweifellos als Flaschenpfandmarke verwendet wurde, kan man in das Jahr 1943 legen, als man anfing, sich im Deutschen Haus zu treffen. Daneben kennt man noch eine grüne Pappmarke mit dem Text „Biermarke Z.d.K. Kopenhagen.
Flaschenpfandmarke
Vorderseite eingeprägt: Eisernes Kreuz / Z.D.K. / KOPENHAGEN
Rückseite leer
Zink, Ø 26 mm
Übersetzung aus dem Dänischen: Kai Lindman
Copyright ©Jørgen Sømod 1997